8   Konsumentinnen und Konsumenten sowie zu Fehlanreizen für Unternehmen führt. Wir wollen den  Wettbewerb national und international stärken und insbesondere vermeiden, dass unnötige  Verflechtungen von Markt- und Staatswirtschaft entstehen. Daher unterstützen wir Maßnahmen, die  gleichmäßig für alle Unternehmen gelten, den Wettbewerb weniger verzerren und zu einem sich  selbst tragenden Wirtschaftswachstum beitragen. Beteiligungsbremse für den Staat – Anteile an Post und Telekom verkaufen Wir Freie Demokraten fordern eine Beteiligungsbremse für den Staat. Unnötige staatliche  Beteiligungen sowie alle Unternehmensanteile, die nicht zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehören,  müssen verkauft werden – hier insbesondere Post und Telekom. Der Erlös kann in die digitale  Infrastruktur investiert werden. Staatliche Beteiligungen müssen stärker auf ihre Notwendigkeit  überprüft und perspektivisch abgebaut werden. Neue Beteiligungen sollten nur noch dann zulässig  sein, wenn andere entsprechend reduziert werden. Europäische Wettbewerbsordnung Wir Freie Demokraten wollen die faire und regelbasierte europäische Wettbewerbsordnung schützen  und stärken und damit internationale Standards setzen. Dazu gehört zum einen der Einsatz gegen  Protektionismus im europäischen Binnenmarkt. Wir wollen die EU-Entsenderichtlinie vereinfachen  und das deutsche Arbeitnehmer-Entsendegesetz entbürokratisieren. Zum anderen brauchen wir  insbesondere für junge und mittelständische Unternehmen bessere Wettbewerbsbedingungen,  gerade im Bereich der Digitalwirtschaft. Die Konzentration von Marktmacht auf etablierte und große  Unternehmen behindert echten Wettbewerb und Innovation. Das schadet insbesondere  Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie der Zukunftsfähigkeit des Standortes. Wir wenden uns  daher entschieden gegen die politische Förderung von „nationalen Champions“. Derlei Alleingänge  innerhalb des europäischen Binnenmarktes bremsen Innovationen und Skalierbarkeit aus. Das senkt  letztlich die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen gegenüber amerikanischer und  chinesischer Konkurrenz. Wir sehen die Soziale Marktwirtschaft als lernendes System und als Modell  für eine ökonomische Friedensordnung – nicht nur in Europa. Wirksame Regulierung von Gatekeeper-Unternehmen Wir Freie Demokraten wollen eine wirksame Kontrolle großer Unternehmen der Digitalwirtschaft  schaffen, die Zugänge zum Internet kontrollieren. Solche Gatekeeper-Unternehmen, die als Betreiber  einer Suchmaschine, als soziales Netzwerk oder als dominierende Handelsplattform die  Wettbewerbsbedingungen kleiner oder mittlerer Unternehmen entscheidend beeinflussen können,  müssen einer speziellen Regulierung unterworfen werden. Die Regulierung soll verhindern, dass  Gatekeeper den Wettbewerb verzerren, indem sie sich beispielsweise bei Suchergebnissen selbst  begünstigen, indem sie die Interoperabilität mit Angeboten anderer Unternehmen einschränken  oder indem sie die Geschäftsdaten ihrer Partnerinnen und Partner in unlauterer Weise zum eigenen  Vorteil nutzen. Eine wirksame Kontrolle global agierender Gatekeeper-Unternehmen kann nicht  allein von der Ebene des nationalen Rechts und der Behörden der EU-Mitgliedstaaten ausgehen. Wir  unterstützen deshalb die Pläne zur Schaffung eines Digital Markets Act auf Ebene der Europäischen  Union, mit dem eine das Kartellrecht ergänzende europäische Regulierung für Gatekeeper- Unternehmen geschaffen werden soll.   9   Deutschland als Fürsprecher des Freihandels Wir Freie Demokraten wollen, dass Deutschland international zum Fürsprecher des regelbasierten  Freihandels wird und den Abschluss weiterer Freihandelsabkommen vorantreibt. Hierfür muss die  Bundesregierung innerhalb Europas und der Welt protektionistischen Tendenzen entgegentreten  und eine aktive Führungsrolle bei Handelsverträgen, Investitionsabkommen und fairen  Investitionsbedingungen einnehmen. Zugleich muss sie die institutionelle Verankerung einer  regelbasierten Freihandelsordnung vorantreiben. Um der Handelspolitik in der nächsten  Bundesregierung mehr Gewicht zu verleihen, fordern wir eine Staatsministerin oder einen  Staatsminister für Außenhandel. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wollen wir  zudem in „Bundesministerium für Wirtschaft, Freihandel und Energie“ umbenennen. Um die  Handlungsfähigkeit der Europäischen Union in der Handelspolitik zu erhalten, wollen wir  Freihandelsabkommen so gestalten, dass – wie etwa beim EU-Japan Abkommen – nur die  Zustimmung des Europäischen Parlaments, nicht aber die von nationalen und regionalen  Parlamenten benötigt wird. Dabei wollen wir in der EU und weltweit gegen Marktverzerrungen  vorgehen, die zum Beispiel durch stark subventionierte Staatsunternehmen entstehen. Wir setzen  uns zudem für den Grundsatz der Reziprozität ein, wonach Unternehmen nur dann Zugang zum  europäischen Markt haben sollten, wenn das umgekehrt auch der Fall ist. WTO reformieren – Freihandel stärken Wir Freie Demokraten wollen den bewährten Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO)  weiterentwickeln. Der Reformprozess muss transparent und inklusiv sein. Nationale Alleingänge und  Willkürzölle sowie neue nicht-tarifäre Handelshemmnisse lehnen wir ab. Wir setzen uns dafür ein,  die Blockade der WTO-Streitbeilegung schnellstmöglich zu lösen. Dies erfordert auch eine neue  umfassende Verhandlungsrunde, in der ein Interessenausgleich zwischen Industrie-, Schwellen- und  Entwicklungsländern erreicht wird. Im Rahmen dieser Verhandlungsrunde muss dabei auch evaluiert  werden, wo WTO-Regeln in der Praxis bisher nicht greifen. Wir wollen, dass Subventionen und  Dumping überall dort bekämpft werden, wo immer diese Praktiken einen fairen Wettbewerb  behindern. Aktuell betrifft das insbesondere den Bau von Verkehrsmitteln wie Zügen, Flugzeugen  und Schiffen. Gründung eines transatlantischen Wirtschaftsraums Wir Freie Demokraten wollen einen neuen Anlauf für ein umfassendes transatlantisches  Freihandelsabkommen und einen transatlantischen Wirtschaftsraum erreichen. Eine Blaupause kann  das EU-Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA) liefern, das 2017 abgeschlossen wurde und endlich  auch von Deutschland ratifiziert werden sollte. Ebenso wollen wir das EU-Freihandelsabkommen mit  Mercosur zügig abschließen und ratifizieren. Zukunftsbranche Tourismus – heimische Wirtschaft stärken Wir Freie Demokraten wollen die Tourismuswirtschaft nachhaltig stärken. Nachhaltiges Reisen ist  durch die Pandemie verstärkt in den Fokus gerückt. Das gestärkte Bewusstsein sollte genutzt werden,  um den Tourismus nachhaltig weiterzuentwickeln. Deshalb brauchen wir ein pandemiefestes  Krisenmanagement, das die Tourismuswirtschaft für die Zukunft stärkt. Der Tourismus ist bis in  strukturschwache Regionen hinein ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Die Coronakrise  hat die vorher gesunde Branche und ihre rund drei Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  schwer getroffen. Zusätzlich stellen der Fachkräftemangel sowie zahlreiche Bürokratiepflichten  10   gerade kleine und mittlere Unternehmen vor große Herausforderungen. Von einem starken  Zukunftskonzept profitiert die gesamte touristische Wertschöpfungskette – wie Gastronomie,  Einzelhandel und Dienstleistungen. Wir setzen auf Vielfalt statt ideologische Denkschranken. Deshalb  müssen Reisen und Individualverkehr durch Innovationen ökologischer werden. Als Motor fungiert  auch der Ausbau der Digitalisierung. Ohne Breitbandversorgung bleiben wir vom wachsenden Online- Reisemarkt und von Reiseinnovationen abgehängt. Wir wollen daher Anreize für Investitionen  schaffen und überflüssige Bürokratie abschaffen.  Entlastung und faire Steuern  Deutschland gehört bei Steuern und Sozialabgaben zur Weltspitze. Wir Freie Demokraten wollen die  Balance zwischen Privat und Staat wiederherstellen, ohne dabei eine seriöse Haushaltspolitik  aufzugeben. Wir fordern ein grundlegendes Umdenken in der Steuerpolitik: Wir wollen die  Bürgerinnen und Bürger spürbar entlasten und damit die unabdingbare Voraussetzung für Impulse in  die wirtschaftliche Erholung unseres Landes schaffen. Das ist ein wichtiger Punkt auf unserer Agenda  für mehr Wachstum, denn nur mit Wachstum wird es gelingen, die Folgen der Coronapandemie zu  überwinden. Dabei stehen wir für eine solide und investitionsorientierte Haushaltspolitik und zur im  Grundgesetz verankerten Schuldenbremse. Denn jede Generation hat ihre Herausforderungen und  muss über die finanzpolitischen Spielräume verfügen, um diesen gerecht werden zu können.  Abgabenquote unter 40 Prozent senken! Wir Freie Demokraten wollen eine Trendwende bei der Abgabenquote erreichen und die  Abgabenbelastung für die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber wieder auf unter 40 Prozent senken.  Unter Angela Merkel als Bundeskanzlerin stieg die Abgabenquote (Steuerquote plus  Sozialbeitragsquote) in Deutschland auf 41,4 Prozent – bei ihrem Amtsantritt lag diese noch bei 38,8  Prozent. Wir Freie Demokraten wollen diesen Irrweg verlassen, denn die Leistungsträgerinnen und  Leistungsträger unseres Landes dürfen nicht durch immer höhere Abgaben daran gehindert werden,  unseren Wohlstand zu sichern. Neuen Schwung durch zielgerichtete Entlastungen Wir Freie Demokraten wollen die Wirtschaft fördern und dafür auch im Steuerrecht gezielte Impulse  setzen: Indem wir Bürgerinnen und Bürger entlasten und den Unternehmen Perspektiven eröffnen,  die ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglichen. Denn Deutschland nimmt bei der  Steuerbelastung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen inzwischen einen weltweiten  Spitzenplatz unter den Industrienationen ein. Das schadet dem Standort Deutschland und verhindert  notwendige Investitionen. Chancentarif statt Mittelstandsbauch Wir Freie Demokraten wollen beim Einkommensteuertarif den sogenannten Mittelstandsbauch  vollständig abschaffen und so einen leistungsgerechteren linearen Chancentarif gestalten. Die  Abschaffung wollen wir in drei Schritten in den Jahren 2022 bis 2024 erreichen. Heute steigt die  Steuerlast bei kleinen und mittleren Einkommen besonders schnell an. Von Gehaltserhöhungen greift  sich der Staat mehr als die Hälfte. Das ist leistungsfeindlich und ungerecht. Deshalb brauchen wir  mehr Fairness bei den Steuern.   11   Spitzensteuersatz nur für Spitzenverdiener Wir Freie Demokraten wollen einen fairen Tarif bei der Einkommensteuer: den Chancentarif. Dazu  wollen wir den Spitzensteuersatz schrittweise „nach rechts verschieben“ – mit dem Ziel, dass dieser  erst ab einem Einkommen von 90.000 Euro greift. Dadurch wird der Steuertarif für alle  Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zusätzlich gestreckt. Die Belastung der Arbeitnehmerinnen und  Arbeitnehmer ist in Deutschland mittlerweile so hoch wie kaum in einem anderen OECD-Staat  (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Steuerpflichtige, die das 1,4- fache des durchschnittlichen Bruttogehalts aller Arbeitnehmer in Deutschland erhalten, zahlen  momentan schon den Spitzensteuersatz. Im Jahr 1965 lag dieser Wert noch beim 18-fachen. Für uns  ist jedoch klar: Eine Durchschnittsverdienerin und ein Durchschnittsverdiener dürfen nicht fast schon  den höchsten Steuersatz zahlen. Das ist leistungsfeindlich und ungerecht. Umso wichtiger ist es,  Bürgerinnen und Bürger in Deutschland bei den Steuern und Abgaben nachhaltig und deutlich zu  entlasten. Wir lehnen auch eine weitere Verschärfung der Erbschaftsteuer ab. Tarif auf Rädern – automatische Steuererhöhungen verhindern Wir Freie Demokraten wollen den Einkommensteuertarif so ändern, dass der Staat nicht länger von  quasi automatischen Steuererhöhungen profitiert. Wir fordern deshalb eine regelmäßige Anpassung  des Steuertarifs einschließlich der Freibeträge, Freigrenzen und Pauschbeträge an die Entwicklung  von Gehältern und Preisen. Der Tarif wird also „auf Räder gestellt“. Ohne eine regelmäßige Korrektur  des Einkommensteuertarifs werden die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler auch in den kommenden  Jahren erhebliche Mehrbelastungen zu tragen haben. Solidaritätszuschlag wie versprochen komplett abschaffen Wir Freie Demokraten wollen den Solidaritätszuschlag komplett abschaffen. Der Solidaritätszuschlag  war und bleibt eine nicht auf Dauer angelegte Sondersteuer. Ende 2019 lief der Solidarpakt aus.  Damit ist die Erhebung des Solidaritätszuschlags nicht mehr zu rechtfertigen. Durch die anhaltende  Erhebung auch 30 Jahre nach Wiederherstellung der Deutschen Einheit verspielt die Politik das  Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags ist eine Frage der  politischen Glaubwürdigkeit. Nicht zuletzt geht es hierbei auch um die Entlastung der vielen  betroffenen mittelständischen Unternehmen. Die Abschaffung ist daher zugleich Wirtschafts- und  Arbeitsmarktpolitik. Keine neue Substanzbesteuerung Wir Freie Demokraten lehnen eine einmalige Vermögensabgabe ebenso ab wie die Wiederbelebung  der Vermögensteuer. Beides ist für unsere mittelständisch geprägte Wirtschaft ein Hemmschuh bei  der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie, weil den Unternehmen Liquidität  unabhängig von deren Ertragslage entzogen wird. Die Erbschaftsteuer sollte im Hinblick auf ihre  Administrierbarkeit und das sich in diesem Zusammenhang zu ihrer Erhebung ergebende Verhältnis  von Kosten und Nutzen überprüft werden. Easy Tax – einfache Steuererklärung Wir Freie Demokraten wollen Easy Tax einführen: die vorausgefüllte Steuererklärung mit einem  umfassenden digitalen Service für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Im  Besteuerungsverfahren muss umfangreicher auf innovative Lösungen gesetzt werden. Für  Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Rentnerinnen und Rentner sollen durch Easy Tax immer  12   vollständige Steuererklärungen vom Finanzamt vorbereitet werden, die von den Betroffenen nur  noch bestätigt werden müssen. Für die Kontrolle der verarbeiteten Daten sowie die Angabe  zusätzlicher Pflichtangaben, die den Finanzbehörden nicht bekannt sind, erhalten die  Steuerpflichtigen eine angemessene Frist. Selbstverständlich muss das im Einklang mit dem Prinzip  der Datensouveränität jeder einzelnen Bürgerin und jedes einzelnen Bürgers erreicht werden, denn  freiwillige Angaben gegenüber dem Finanzamt sollen auch mit Easy Tax freiwillig bleiben. Ziel muss  es sein, dass Steuerbescheide in diesen Fällen innerhalb von wenigen Tagen bekannt gegeben  werden können. Bagatell- und Lenkungssteuern abschaffen Wir Freie Demokraten wollen überflüssige Bagatell- und Lenkungssteuern wie die Schaumwein- und  Zwischenerzeugnissteuer, die Biersteuer oder die Kaffeesteuer abschaffen. Die Beibehaltung dieser  Steuern verursacht viel Bürokratie. Demgegenüber stehen nur geringe Einnahmen. Steuerliche Erleichterungen für Homeoffice Wir Freie Demokraten wollen für das zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbarte  Homeoffice eine erhöhte Werbungskostenpauschale gewähren. Die vom Arbeitgeber gestellte  Büroausstattung soll vom Arbeitnehmer steuerfrei genutzt werden können. Darüber hinaus soll im  Interesse der Rechtssicherheit auch der rechtliche Rahmen von Homeoffice-Arbeit den tatsächlichen  Gegebenheiten angepasst und den für mobile Arbeitsplätze geltenden Vorschriften angeglichen  werden. Doppelbesteuerung von Renten verhindern Wir Freie Demokraten wollen eine Doppelbesteuerung von Renten verhindern und die  Beweislastumkehr zugunsten der Steuerpflichtigen einführen. Das gilt für alle Rentenbezieherinnen  und Rentenbezieher – besonders für Selbstständige, bei denen die Gefahr einer Doppelbesteuerung  am größten ist. Die Rentenkassen und die Finanzverwaltung sollen dazu detaillierte und individuelle  Berechnungen vorlegen. Damit soll ersichtlich werden, ob und in welchem Umfang es zu einer  doppelten Besteuerung von Renteneinkünften kommt. Spekulationsfrist einführen – Sparerfreibetrag erhöhen Wir Freie Demokraten wollen die Wiedereinführung einer Spekulationsfrist von drei Jahren für  private Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren. Den Sparerfreibetrag wollen wir deutlich anheben.  Sparerinnen und Sparer sowie Kleinanleger sollen entlastet werden. Wir wollen die langfristige  Kapitalanlage in Unternehmen attraktiver gestalten, damit mehr Menschen beim Sparen und bei der  Altersvorsorge an den Wachstumsgewinnen teilhaben können. Mitarbeiterkapitalbeteiligung als Eigentumsturbo Wir Freie Demokraten wollen die Mitarbeiterkapitalbeteiligung als Chance für den langfristigen  Vermögensaufbau etablieren. Aber auch für Start-ups sind Mitarbeiterbeteiligungsprogramme  unerlässlich, um im internationalen Wettbewerb gut qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Um die  schlechten Rahmenbedingungen hierzulande zu verbessern, soll die Besteuerung erst bei der  Veräußerung einsetzen und der von Unternehmensbeteiligungen entsprechen. Zudem wollen wir  eine eigene Anteilsklasse für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen schaffen, um den teuren und  administrativ aufwendigen Prozess der Übertragung von GmbH-Anteilen zu vereinfachen.  13    Investitionen in die Zukunft  Die vor uns liegenden Herausforderungen bergen die Chance für eine zukunftsorientierte  Neuausrichtung für mehr Wachstum und Innovation. Wir sind überzeugt, dass anhaltendes  Wirtschaftswachstum den Weg aus der Krise in die neue Zeit ebnet. Wir Freie Demokraten wollen  daher neue Impulse durch Zukunftsinvestitionen entfachen. INVEST IN GERMANY – 25 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt Wir Freie Demokraten wollen, dass im Jahr 2025 in Deutschland 25 Prozent des  Bruttoinlandsprodukts investiert werden – und zwar vor allem privat und nicht vorrangig vom Staat.  Dafür wollen wir die nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Der Staat muss seine Investitionen  sowie die sonstigen steuer- und wirtschaftspolitischen Instrumente so einsetzen, dass auch private  Unternehmen gern in Deutschland investieren. Höchstens 50 Prozent Sozialausgaben im Bundeshaushalt Wir Freie Demokraten wollen die Höhe der Sozialausgaben grundsätzlich bei 50 Prozent des  Bundeshaushalts deckeln. Die Bundesregierung bindet mehr als die Hälfte des Haushaltes für  Sozialausgaben – und das ist keine Folge der Coronakrise, in der Hilfen für Betroffene richtig sind.  Investitionen in die Zukunft unseres Landes und originäre staatliche Kernaufgaben wie Bildung,  innere Sicherheit oder die Bereitstellung einer modernen Infrastruktur werden dadurch immer mehr  in den Hintergrund gedrängt. Tilgungsturbo für die Corona-Schulden Wir Freie Demokraten wollen die Schuldenstandsquote Deutschlands gemäß den Maastricht- Kriterien zügig wieder unter die 60-Prozent-Marke senken. Auf die Coronakrise konnte nur deshalb  so entschlossen reagiert werden, weil die deutsche Staatsverschuldung in den Jahren davor auf unter  60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gesunken war. Um auf zukünftige Krisen vorbereitet zu sein,  müssen die Corona-Schulden so schnell wie möglich abgebaut werden. Nur so bleibt Deutschland  handlungsfähig. Und nur so hinterlassen wir unseren Kindern solide Finanzen. Dabei stehen wir für  eine solide und investitionsorientierte Haushaltspolitik und zur im Grundgesetz verankerten  Schuldenbremse. Denn jede Generation hat ihre Herausforderungen und muss über die  finanzpolitischen Spielräume verfügen, um diesen gerecht werden zu können. Zukunftsfonds zur Start-up-Finanzierung ausbauen Wir Freie Demokraten wollen den Zukunftsfonds (Dachfonds) zur Start-up-Finanzierung deutlich  ausbauen. Anstatt nur mehr staatliche Mittel bereitzustellen, wollen wir für privates Kapital die  Investition in Wagniskapital attraktiver gestalten. Der Dachfonds baut eine Brücke, um die  derzeitigen Hindernisse, wie zu hohe Eigenkapitalanforderungen oder zu kleine Investitionssummen,  zu überwinden. Der Dachfonds steht institutionellen Investorinnen und Investoren, „Family Offices“  und erfahrenen Privatanlegerinnen und Privatanlegern offen. Er sammelt Geld ein und investiert es  hauptsächlich in deutsche Venture-Capital-Fonds. Zugleich profitieren die Bürgerinnen und Bürger  über ihre Altersvorsorge von den hiesigen Gründungserfolgen. Gründungszuschuss in allen Lebenslagen Wir Freie Demokraten fordern einen branchenunabhängigen Gründungszuschuss, der entkoppelt von  einer vorhandenen Arbeitslosigkeit gewährt wird. Zum Beispiel sollen sich die Gründerinnen und  14   Gründer auch während beziehungsweise nach der Familienphase einmalig um eine Förderung in der  Startphase bewerben können. Dafür muss ein tragfähiges Existenzgründungskonzept vorliegen.  Vorbild kann hier das NRW-Gründerstipendium sein. Zur sozialen Absicherung soll, befristet auf  maximal 15 Monate, zudem eine Pauschale von 300 Euro gewährt werden, die eine freiwillige  Absicherung in den gesetzlichen Sozialversicherungen ermöglicht. Krankenkassenbeiträge von  freiwillig gesetzlich versicherten Selbstständigen sollen anhand des tatsächlichen Einkommens  bemessen werden. Damit fördern wir Gründungen in allen Lebenslagen. Besserer Zugang zu Wagniskapital für Frauen Wir Freie Demokraten wollen insbesondere Gründerinnen beim Zugang zu und bei der Einwerbung  von Wagniskapital unterstützen. Dazu fordern wir die Einrichtung eines Venture-Capital-Fonds in  Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Durch die Schaffung eines Netzwerkes für  Investorinnen sowie weiblichen „Business Angels“ sollen zudem gezielt Frauen bei ihren  Gründungsvorhaben unterstützt werden. Außerdem soll der Fonds gewährleisten, dass Frauen den  gleichen Zugang zu Wagniskapital haben.  Faire Regeln bei der internationalen Besteuerung  Regeln müssen für alle gelten. Dazu gehört auch, dass vor allem große internationale Unternehmen  ihren Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens leisten. Wir Freie Demokraten setzen uns für faire  Regeln und ein gerechtes Steuersystem ein. Klare internationale Regeln für fairen Steuerwettbewerb – keine Alleingänge Wir Freie Demokraten wollen eine faire Besteuerung für alle Unternehmen weltweit. Große  internationale und digitale Unternehmen müssen ihren Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens  leisten. Deshalb unterstützen wir entsprechende internationale Arbeiten auf OECD- und G20-Ebene.  Ein Alleingang der EU könnte dagegen auch in Deutschland zu Wettbewerbsverzerrungen und zum  Verlust von Arbeitsplätzen führen. Doppelbesteuerung wollen wir genauso verhindern wie  Steuerverluste durch Verlagerungen. Denn sonst drohen zusätzliche Steuerlasten für die schon stark  belasteten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für kleine und mittelständische Betriebe. Transparenter Steuerwettbewerb in der EU Wir Freie Demokraten fordern eine EU-einheitliche Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer.  Dadurch wird die Höhe der Besteuerung in den einzelnen Mitgliedstaaten besser vergleichbar.  Dementsprechend sind wir ausdrücklich gegen die Zulässigkeit sogenannter Tax-Deals, mit denen  große Unternehmen die Höhe ihrer eigenen Besteuerung mit den Behörden eines Mitgliedstaats  individuell aushandeln können. Damit stehen wir für einen transparenten Steuersatzwettbewerb auf  der Basis vergleichbarer Bemessungsgrundlagen innerhalb der Europäischen Union. Steuerhinterziehung weltweit abgestimmt bekämpfen Wir Freie Demokraten wollen Steuerhinterziehung und unlauteres Steuerdumping mit wirksamen  und verhältnismäßigen Mitteln bekämpfen. Deutschland muss als Exportnation ein Interesse daran  haben, möglichst weltweit abgestimmte Regeln zur internationalen Verteilung der  Besteuerungsrechte auch in Zeiten digitaler Geschäftsmodelle zu erreichen. Diese müssen sowohl  ungerechtfertigte Nichtbesteuerung als auch schädliche Doppelbesteuerung von Erträgen  15   verhindern. Dabei ist sicherzustellen, dass das Steueraufkommen in Deutschland langfristig gesichert  wird.